One Bigha

Ein Bigha ist die Fläche von ca. ¼ Ha Land, dies entspricht der Fläche, die die meisten Kleinbauern in Indien für den Eigenbedarf zur Verfügung haben.

Vor allem die Landwirtschaft ist von den Folgen des Klimawandels stark betroffen. So genannte Nachernteverluste stellen insbesondere in tropischen und subtropischen Regionen für die Landwirte ein großes Problem dar. Diese Verluste betragen bis zu 40% und stellen somit einen enormen wirtschaftlichen und ökologischen Schaden dar.

Ein großer Teil der landwirtschaftlichen Produkte verderben nach der Ernte, bevor sie auf den Markt kommen. Einer der Hauptgründe dafür ist der Mangel an Kühlmöglichkeiten und entsprechenden Lagerkonzepten oder Möglichkeiten der Nach- und Weiterverarbeitung der Produkte, insbesondere im ländlichen Raum.

Derzeit durchlaufen nur ca. 6% aller Agrarprodukte in Indien eine Kühlkette. Die bestehenden Kühlkapazitäten sind weitgehend mit veralteter Technologie aus den 1960er und 1970er Jahren ausgestattet und haben einen hohen Energie- und damit auch Sanierungsbedarf. Die am Standort vorhandenen Kühlhäuser werden hauptsächlich für die Lagerung von Kartoffeln genutzt. Für alle anderen landwirtschaftlichen Produkte gibt es derzeit keine geeignete Alternative.

Ein weiteres Problem für die Kleinbauern sind die enormen Preisschwankungen auf den lokalen Märkten, die für die Landwirte eine große Unsicherheit bedeuten. Durch den Einsatz eines Kühlhauses wird ein Puffer geschaffen, der es den Landwirten ermöglicht, besser auf solche Preisschwankungen zu reagieren.

Der Klimawandel und die damit verbundenen Wetterextreme stellen für Kleinbauern eine zusätzliche Belastung dar. Auch hier ist die Verfügbarkeit von Kühllagern ein wichtiges Instrument zur Sicherung der Ernten und zur Risikominderung.

Dieses Projekt wird das Problem angehen und eine geeignete Lösung entwickeln, um die Nachernteverlusste durch Solarbetriebene Kühlung zu reduzieren.

Im Rahmen dieses Projektes soll ein Prototyp für den Einsatz von 30 Kleinbauern aufgebaut und betrieben werden.

Der Prototyp wird durch PV-Module mit Energie versorgt. Die PV-Module treiben eine Kompressionskältemaschine an, die das so erzeugte Kaltwasser direkt in einen Kaltwasserspeicher fördert. Von dort aus wird das Kühlhaus mit der erforderlichen Kühlenergie versorgt. Diese Technologie der Kältespeicherung ermöglicht es, eine Batterie zu sparen. Batterien und Akkumulatoren sind im Vergleich dazu sehr teuer und haben eine wesentlich kürzere Lebensdauer als Kaltwasserspeicher. Diese Vereinfachung erübrigt auch komplexe Steuerungen und macht das System robuster.